Menschen Gestalten Schule

Max Grundig Schule

Berufliche Oberschule

Nachmeldetermin

Nachmeldetermin auf die Warteliste

 

Do, 12. Juli 2018
von 8:00 - 15:00 Uhr
 

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Bei einer Nachmeldung auf die Warteliste besteht kein Anspruch auf Aufnahme in die Max-Grundig-Schule.

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Gefördert von „Fürther Vielfalt tut gut“:

„Man muss wach bleiben!“

Projekttag der Max-Grundig-Schule gegen rechts

Ihr Bild, ihre Darstellung nach außen, hat sich geändert. Sie treten auf wie brave Bürger, zumindest in der Öffentlichkeit, sind top gekleidet und: gefährlich. Neonazis – auch in Fürth. Ihre Strategien zu durchschauen, ist nicht immer einfach, schon gar nicht für junge Leute. Die Max-Grundig-Schule, eine „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“, gab mit ihrem Projekttag „MGS gegen rechts“ Einblicke und Raum für breit gefächerte Information sowie Fragen.

„Die rechte Gewalt in Deutschland nimmt zu“, betonte Diplomsozialwirtin Birgit Mair vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung Nürnberg. Heute merke man aber leider meist nicht mehr sofort, wer Neonazi sei und wer nicht. Aufgeklärt wurde in diesem Workshop unter anderem über die Bürgerinitiative „Soziales Fürth“. Sie erklärt auf ihrer Homepage dem Besucher, den dort großen Kinderaugen eines blonden Mädchens ansehen: „Wir treten für eine soziale Politik in Fürth ein, die das Leben für die Deutschen in dieser Stadt wieder lebenswert machen soll.“ Auch zum Nürnberger Stadtrat Ralf Ollert und seinem mehrfach vorbestraften Kollegen Sebastian Schmaus, beide „Bürgerinitiative Ausländerstopp Nürnberg“, gab es deutliche Worte.

Referentin Birgit Mair, Institut für Wissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung

Zum Teil staunend folgten Schüler und Schülerinnen der 11. Klassen der Fachoberschule und der Vorklassen der Berufsoberschule den Ausführungen der Sozialwirtin, aber auch denen anderer Kursleiter wie dem Journalisten und Autor Robert Andreasch, etwa bei den Themen „Neonazismus und Rassismus in Mittelfranken“, „Symbole der Rechten“ oder „Marketingstrategien rechter Modelabels“. Kommentar einer Schülerin: „Ich hatte ja keine Ahnung, wie viel Mode es in dieser Richtung gibt und was die einzelnen Symbole auf der Kleidung bedeuten.“

Nahezu sprachlos aber machte die meisten Jugendlichen der Film „Blut muss fließen“. Was der Journalist Thomas Kuban (Pseudonym) mit einer Knopflochkamera unerkannt in der Rechtsrockszene aufgenommen hat, zeigt die ganze Gewaltbereitschaft der Szene. Hier gibt sie sich, intern sozusagen, ganz dem hin, was sie wirklich will. Da wird deutlich zu Gewalt aufgerufen, ungeniert die Hand zum Hitlergruß erhoben. Der Filmtitel stammt von einem Lied, das bei allen Veranstaltungen immer wieder kehrt: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheißen auf die Freiheit dieser Judenrepublik...“. Regisseur Peter Ohlendorf ermunterte die Schülerinnen und Schüler eindringlich: „Dieser Film ist ein Aufruf an uns alle, nicht zu warten! Nehmt Einfluss vor Ort, werdet aktiv!“

Interessant für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer war wohl, dass der 1. FCN so gut wie keine Probleme mit Neonazis hat. Jürgen Bergmann, Fanbeauftragter des Clubs: „Gott sei Dank hatten wir in den letzten Jahren wenig damit zu tun.“ In den 80er Jahren sei das anders gewesen, als etwa der afroamerikanische Spieler Tony Sanneh kam. „Heute haben wir Spieler aus zwölf verschiedenen Nationen!“ Shirts mit Aufdrucken wie „Kniet nieder, ihr Knechte. Nürnberg ist zu Gast“ rechnet Bergmann eher martialischem Verhalten zu. Manchmal, so Bergmann, komme man jedoch an Grenzen. „Man muss wach bleiben!“, forderte auch er.

Weitere Themen wie die Musik der Neonazis oder der Film „Kriegerin“, bei dem es um eine junge Frau geht, die Teil einer rechtsextremen Clique ist, ließen so manchen Schüler aufhorchen. Ein wichtiges Projekt der Max-Grundig Schule, das vor allem durch die beteiligten Lehrkräfte und durch Pädagogen des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände DoKuPäd zustande kam. Gefördert wurde die Veranstaltung von „Fürther Vielfalt tut gut“, unterstützt durch das Bundesfamilienministeriums im Rahmen des Programms „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“.