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Schüleraustausch mit dem LP Rennes

Max Grundig trifft auf Charles Tillon

Schüleraustausch der FOS/BOS Fürth mit dem LP Rennes

Fürth/Rennes. Max Grundig und Charles Tillon wären von diesem grenzüberschreitenden Projekt vermutlich fasziniert gewesen: Der eine ideenreicher Pionier auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik (geboren 1908), der andere ein mutiger NS-Widerstandskämpfer und politischer Querdenker in Frankreich (geboren 1897). Beide Männer beschritten, wenn auch in unterschiedlichen Bereichen, couragiert neue Wege – und genau das taten im Schuljahr 2008/09 derzeit auch zwei ihrer „geistigen Enkelkinder“: Zwei Wochen lang tauschten die Staatliche Fachoberschule Fürth (Max-Grundig-Schule) und ihr französisches Pendant, das Lycée Professionnel in Rennes (LP Charles Tillon), ihre Schüler aus. Das Besondere daran: Die Jugendlichen drückten im jeweiligen Gastland nicht etwa die Schulbank, sondern sammelten berufliche Erfahrungen, indem sie zwei Wochen lang ein Praktikum in ihrer jeweiligen Ausbildungsrichtung (Technik oder Wirtschaft) absolvierten. „Das ist total spannend“, berichtet etwa der 17-jährige Aurélien, der gemeinsam mit einem Mitschüler zwei Wochen lang in der Ausbildungswerkstatt der DB Netz AG Seite an Seite mit deutschen Auszubildenden eingesetzt war. „Zu Beginn war die Kommunikation noch schwierig, aber jetzt klappt es von Tag zu Tag besser.“ Neben der DB Netz AG hatten sich die Landesgewerbeanstalt (LGA), das Motorenwerk der MAN sowie die Firma Tramag in Fürth bereit erklärt, französische Gastschüler in ihren Betriebshallen deutsche Industrieluft schnuppern zu lassen. „Es gibt große Unterschiede in der Arbeitsorganisation, wohingegen die technischen Abläufe und die Maschinen relativ ähnlich sind“, erzählt der 19-jährige Bertrand, der vorher nie in Deutschland war, jetzt aber unbedingt zurückkehren möchte. „Deshalb habe ich am Schönen Brunnen in Nürnberg am Ring gedreht und es mir fest gewünscht.“ Untergebracht waren die fünf französischen Gastschüler ausschließlich in Gastfamilien.

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Auf umgekehrtem Wege hat die Max-Grundig-Schule ihrerseits fünf Schülerinnen und Schüler zu einem zweiwöchigen Praktikum nach Frankreich entsenden können. Zu Stande kam die erstmalige Kooperation mit der Schule in Rennes auf Initiative von Französischlehrer Oliver Mang, der den Unterschied zu einem gewöhnlichen Austausch hervorhebt: „Unsere Schülerinnen und Schüler bewegen sich in Frankreich nicht nur in einer geschützten Atmosphäre. Sie müssen sich vielmehr in einem fremden Land und in einer weitgehend fremden Sprache im echten Berufs- und Arbeitsleben zurechtfinden. Das ist eine ungleich größere Erfahrung.“ Nichts für Angsthasen also, sondern eher etwas für Mutige – wie Max Grundig und Charles Tillon etwa.

Presserklärung an die Fürther Nachrichten

 
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